RAG Sanitätsdienst Rheinland-Pfalz
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17.01.2016 - Pressebericht

Sanitätsausbildung: Die Expertise dieser Männer ist gefragt

 

Die Wunde ist nicht zu sehen. Doch der weiße Pullover ist rot. Ein großer Blutfleck verschmutzt den linken Ärmel. Die Verletzte liegt im Gras, als drei Uniformierte in Flecktarn zu ihr eilen. Sie tragen einen Gefechtshelm, eine Schutzweste und ein Gewehr G 36. Es sind Reservisten. Sie legen der Frau ein Tourniquet an, ziehen die militärische Aderpresse aber nicht richtig zu. Denn die Verletzung ist nur gespielt. Die Szene ist Teil der Erste Hilfe Vollausbildung A, organisiert von der Reservistenarbeitsgemeinschaft (RAG) Sanitätsdienst Rheinland-Pfalz. Dieser Lehrgang gehört zu den Inhalten der militärischen Ausbildung individueller Grundfertigkeiten (IGF).

 

Die Ersthelfer-Ausbildung ist gefragt. Im vergangenen Jahr hat die RAG zusätzliche Module angeboten, aufgrund der hohen Anzahl an Interessenten. „Sogar Polizisten und eine Dame aus der Forstwirtschaft haben teilgenommen“, berichtet Thorsten Magin-Böttche. Der Oberfeldwebel d.R. leitet die Reservistenarbeitsgemeinschaft aus Germersheim.

 

Das Tourniquet und der Notfallverband Israeli Bandage sind Hilfsmittel aus dem militärischen Bereich. Sie werden immer öfter von zivilen Rettungskräften angewendet, besonders bei stark blutenden Wunden oder Amputationsverletzungen, erläutert Magin-Böttche. Er gibt seine Expertise seit mehr als einem Jahr an Reservisten, Zivilisten und Schüler aus der sanitäts-/ rettungsdienstlichen Ausbildung weiter.

 

Der Rettungsassistent gründete die RAG Sanitätsdienst im Oktober 2015. Es war das Ergebnis aus Gesprächen mit Oberstabsfeldwebel d.R. Horst Fiebus. Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe Vorderpfalz versuchte die militärische Ausbildung voranzutreiben. Dabei seien Ersthelfer-Lehrgänge oft zu kurz gekommen, sagt Thorsten Magin-Böttche. Der Oberfeldwebel d.R. trommelte mit Hilfe seines Vorgängers im Kreisgruppenvorstand interessierte Kameraden zusammen. „Wir wollen mit unseren Seminaren die Leute fit halten, was die Ersthelfer-Ausbildung angeht“, sagt Magin-Böttche. Mit guten Kontakten zum SanitätsStaffelEinsatz (SanStffEins) Idar-Oberstein, gelang es ihm und seinen Kameraden seitdem mehrere Lehrgänge anzubieten.

 

Die Seminare und Erhaltungsmodule stehen und fallen mit dem Sanitätsmaterial wie Verbände, Tourniquets und auch Erste-Hilfe-Puppen. Der Reservistenverband hat der RAG eine Reanimationspuppe mit einem Trainingsgerät automatisierter externer Defibrillator zur Verfügung gestellt. Bei einem Lehrgang mit bis zu dreißig Teilnehmern sei jedoch oft eine weitere notwendig. Es werde ohnehin sehr viel Übungsmaterial benötigt, sagt Thorsten Magin-Böttche. „Glücklicherweise bekommen wir aus der Sanitätsdienst-Einheit gute Unterstützung. Vielen Dank dafür!“, fügt er hinzu.

An Übungsmaterial und Ausrüstung für den scharfen Notfalleinsatz zu gelangen, ist aus seiner Sicht immer wieder eine Herausforderung. Allein ein Rettungsrucksack ohne Inhalt koste zwischen 200 und 300 Euro, sagt Magin-Böttche. Da das Material sehr kostspielig ist, nutzen die Reservisten der RAG, die im zivilberuflichen Leben beim Rettungsdienst arbeiten, oft ihre privat beschaffte Ausstattung. Ob das eine  Lösung mit Zukunft ist, sei zu überlegen, mahnt der RAG-Leiter an.

 

Seit ihrer Gründung zählt die Reservistenarbeitsgemeinschaft Sanitätsdienst 22 Mitglieder. Darunter sind acht Fördermitglieder und drei Notärzte. Mit ihnen an Bord ist die RAG in der Lage, Wettbewerbe, Märsche und ähnliche Veranstaltungen sanitätsdienstlich abzudecken. Dieser Service und Infoveranstaltungen stehen den Reservistenkameradschaften bei Anfrage offen, sagt Thorsten Magin-Böttche.

 

Interessenten, Reservisten, Freunde, Förderer und Ehemalige können jederzeit zur RAG Sanitätsdienst Rheinland-Pfalz kommen. Vor allem Fachpersonal zur Unterstützung ist immer willkommen, sagt der RAG-Leiter. Stets gut gebrauchen können er und seine Kameraden Sanitätsmaterial.

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