RAG Sanitätsdienst Rheinland-Pfalz
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16.10.2015 - Simulationstraining EEH-A

Einsatzersthelfer A - Vollausbildung vom 10. - 11. und 16. - 18. Oktober 2017

Im zivilen Leben kommt es bundesweit täglich zu vielen tausend Einsätzen des Rettungsdienstes bei akuten Notfällen oder allen denkbaren Unfällen.  Die Chancen für einen lebensbedrohlich verletzten oder erkrankten Menschen sind dann besonders hoch, wenn die durchschnittlich 10 bis 12 Minuten Eintreffzeit des Rettungsdienstes durch sinnvolle Maßnahmen der Ersten Hilfe überbrückt werden.  Aber was geschieht in einer militärischen Situation. Im Einsatzland können bis zum Eintreffen einer fachlich hochqualifizierten medizinischen Hilfe durchaus Stunden vergehen. Selbst auf einem Truppenübungsplatz oder bei einem Marsch ist es durchaus möglich, dass die aus dem zivilen Leben gewohnten Zugriffszeiten des Rettungsdienstes nicht eingehalten werden können.

 

Folgerichtig legt man auch bei der Reservistenarbeit großen Wert auf eine zeitgemäße Ausbildung in Sachen taktische Verwundetenversorgung. So trafen sich Mitte Oktober 24 Teilnehmer von der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU), der freiwilligen Reservistenarbeit und sogar der Landespolizei Baden-Württemberg zu einem dreitägigen Einsatzhelfer A Lehrgang in der Südpfalzkaserne in Germersheim.

 

Oberfeldwebel d.R. Magin arbeitete mit den Teilnehmern besonderes den Unterschied der Tactical Combat Casualty Care (TCCC) zur zivilen Ersten Hilfe heraus. In Zusammenarbeit mit zwei Ärzten des Reservistenverbandes stellten OF d.R. Magin und OSA Sand in Theorie und Praxis vor allem die Aspekte der „Care under Fire“  und der „Tactical Field Care“ da.

 

In den ausführlichen Praxisteilen der Ausbildung konnten die Teilnehmer besondere Versorgungsstrategien  bei Verwundungen durch Schussverletzungen und IED’s trainieren. Selbstverständlich nahm auch die kardiopulmonale Reanimation einen breiten Raum in der Ausbildung ein, da es sowohl im Alltag, wie auch leider unter militärischen körperlichen Belastungssituationen bei entsprechend disponierten Kameraden/innen zu akuten lebensbedrohlichen Herz-Kreislaufnotfällen kommen wird.

 

In der vertieften Praxisphase am Abschlusstag der Veranstaltung hatten die Teilnehmer unter realitätsnahen Bedingungen die Gelegenheit die neu erworbenen Erkenntnisse anzuwenden. In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz wurde am Standortübungsplatz der Südpfalzkaserne drei Szenarien dargestellt, wie sie in Einsatzländern jederzeit vorkommen könnten. Die Teilnehmer mussten in Ihren Gruppen unter den strengen Augen der Ausbilder nicht nur die Verwundeten nach einem  Hubschraubercrash, einem IED-Anschlag und einem Verkehrsunfall richtig versorgen. Die militärischen Ausbilder legten natürlich ebenso Wert auf taktisches Handeln in der vorgegeben Lage, den Eigenschutz der Gruppe und natürlich nicht zuletzt der sichere Umgang mit den ausgegebenen Waffen in der Einsatzsituation.

 

Das positive Feedback der Teilnehmer spiegelte einerseits das hohe Niveau der Veranstaltung wider, zeigte aber auch, wie sehr jeder Teilnehmer an der Thematik interessiert war.

 

Im Rahmen der Veranstaltung fand überdies die Gründungsversammlung der RAG Sanitätsdienst Rheinland-Pfalz statt, was diesem Lehrgang noch einen besonderen Aspekt verlieh.

 

Text: H.-H. Hellweg; Bilder: R. Greve

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